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Review THE TAKING OF PELHAM 123


Regie: Tony Scott
Darsteller: Denzel Washington, John Travolta
Buch: Brian Helgeland
Verleih: Sony

Bei "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123" [→Trailer] handelt es sich um ein Remake des gleichnamigen Thrillers mit Walther Matthau und Jerry Stiller. In der neuen Version erzählt Regisseur Tony Scott [True Romance, Top Gun] die Geschichte einer U-Bahn Entführung und dem daraus resultierenden Chaos in dem sich Denzel Washington und John Travolta ein spannende Wortduell liefern dürfen. Pelham 123 erfindet dabei das Rad keinesfalls neu, im Gegenteil - man bewegt sich auf ausgtrampelten Pfaden und zahlreiche Klischees werden in viel zu hektischen und bunten Bildern erzählt.

Wir sind vom gleichen Schlag [Zitat]

Dennoch entwickelt sich in dem lauten Getöse ein recht spannendes Duell zwischen dem Entführer und der Verhandlunsfraktion. Travolta und Washingtons Verdienst ist es dabei, dass Pelham 123 trotz der recht konventionellen und weitgehend überaschungsfreien Story zu unterhalten weiss. Nebenrollen wurden recht prominent besetzt z.B. mit James Gandolfini [Sopranos] und John Toturro, letzterer scheint momentan gerade ein Händchen für flache Mainstreamkracher zu haben, überzeute er früher in grandiosen Filmen wie "Barton Fink" so spielt er in der letzten Zeit nur noch in üblen Machwerke wie z.B."Transformers".

Die U-Bahn ist mein Leben [Zitat]

Tony Scott hat große Filme wie "Last Boyscout" oder den meisterhaften Vampirthirller "Begierde" mit David Bowie zu verantworten. Sein neuester Film läßt jedoch Innovationen gänzlich vermissen und wirkt [verstärkt durch seine hektische Clip-Ästhetik] sehr stereotyp. Alles in Allem ein solider Film mit dem Beigeschmack von "Negotiator", "Speed" oder anderen Entführungsthrillren dieser Art. Nicht wirklich mißlungen nur eben schon in 1000 Varianten dagewesen, daher folgende Wertung:


5/10 entgleiste Züge mit erhöhtem Bierfaktor

Horror-Evergreens!


Gewinnspiel:
Postet bis Montag [13.12.] Eure Top10 Liste der besten Horrorfilme und gewinnt die Uk-Bluray von John Carpenters Halloween [1980]

Meine Top10:
Es gibt Horrorfilme, die man mindestens einmal [ungekürzt] gesehen haben sollte. Fünf Kategorien sorgen für eine grobe Unterteilung in einer Art Hitliste [Platz 1-15 durchzunummerieren führt ohnehin nur zum Streit welcher Film auf platz 34 und welcher auf 35 vorzufinden sein sollte] demnächst folgen auch Listen in anderen Genres [Drama, Sci-Fi und Action] Die Liste soll ein Ansporn für euch sein, mal etwas [midnight-movie] Filmgeschichte nachzuholen. Bon Apetite!

Platz 1-9
Evil Dead, Dawn of the Dead, Texas Chainsaw Massacre, The Hitcher, Hellraiser 1, The Thing, Day of the Dead, Halloween, Scanners 1, Terminator 1.

Platz 10-19
The Fly, Near Dark, Re-Animator, The Shining, Deliverance, Straw Dogs, Prince of darkness, In The Mouth of Madness, Alien 1, Evil Dead 2.

Platz 20-29
Dead and Buried, House by the Cemetary, Woodoo, Nightmare, Phantasm, Night of the Living Dead, Picnic at Hanging Rock, American Werewolf, Videodrome.

Platz 30-39
Suspiria, Martyrs, Let the right One in, Dawn of the Dead Remake, Return of the living Dead, Angel Heart, Midnight Meat Train, Menschenfeind, Maniac.

Platz 40-50
Invasion of the Bodysnatchers [1979], Begierde, Die Schlange im Regenbogen, Wenn die Gondeln Trauer tragen, Rosemarys Baby, The Exorcist, The Mist, Predator, My bloody Valentine, Calvaire, The Blob [Remake].

Erstes Video zu John Carpenters THE WARD mit Amber Heard


Schon seit langer Zeit munkelt man mit welchem Projekt sich Horrorlegende John Carpenter [The Thing, Prince of Darkness, The Fog] nun beschäftigt. Galt es schon von offizieller Seite bestätigt dass "The Prince" Gestalt annehmen wird, schwenke die Aufmerksamkeit doch kurzerhand zu "The Ward" über. Auf der Castliste stehen unter anderem Amber Heard [All the Boys love Mandy Lane] und Jared Harris [Resident Evil]. In dem Film geht es um ein Mädchen, dass ohne Erinnerungen in einer Psychatrie aufwacht und von einem bösen Geist tyrannisiert wird. Wir sind sehr gespannt ob der Großmeister wieder zu alter Form aufläuft und einen Kracher a la "In the Mouth of Madness" abliefert oder ob die "Ghosts of Mars" wieder wüten und das Kino vorzeitig verlassen werden muss. Canal+ zeigte zum ersten mal Material aus Film [bzw. aus der Produktionsphase. Hier die ganze Sendung, auf französisch versteht sich: [→Canal+ über John Carpenter] und hier der kurze Ausschnitt noch seperat auf youtube [→Footage]

Review 500 DAYS OF SUMMER


Regie: Marc Webb
Darsteller:
Joseph Gordon-Levitt, Zooey Deschanel
Buch: Michael H. Webber, Scott Neustadter
Verleih: 20th Century Fox

Tom schreibt romatische Grußkarten, doch sein Herz steckt in seinem Architekturstudium, welches er nebenbei zu bewältigen versucht. Als er die symphatische und quirlige Summer kennenlernt, ist es jedoch um ihn geschehen. Sein größtes Problem besteht darin, dass Summer nicht an die Liebe glaubt und trotz vollzogenem Sex und allen vorhandenen Zutaten einer Beziehung, nicht bereit ist diese als solch eine anzuerkennen.

This is a story of "boy meets girl" [Zitat]

Dieses Zitat stammt sowohl aus dem Film, als auch von der österreichischen Regielegende Billy Wilder. Der Film [→Trailer] erzählt [wie der Titel schon impliziert] 500 Tage, die Tom mit Summer verbringt und springt dabei chronologisch zwischen Krisen und schönen Augenblicken hin und her. Hier haben wir schon das erste Problem, denn durch diese [wahlose und sehr sprunghafte] Erzählweise verliert der Film relativ schnell die Aufmerksam des Publikums, da hilft auch der wunderschöne Soundtrack und die sehr gute Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern nicht. Zooey Deschanel [Per Anhalter durch die Galaxis] ist eine Augenweide und beweist wieder einmal dass sie eine sehr gute Akteuerin mit viel Charme und Esprit ist, aber auch der männliche Gegenpart kann vertreten durch Joseph Gordon-Levitt [Brick], der ein erschreckend authentisches Heath-Ledger-Lächeln aufsetzt, überzeugen. In einer Szene sieht sich das Pärchen THE GRADUATE - DIE REIFPRÜFUNG im Kino an. Vermutlich soll 500 DAYS SUMMER eine Hommage an den Film von Mike Nichols sein, allerdings ist er hierfür viel zu belanglos. THE GRADUATE hatte einen bissigen gesellschaftskritischen Hintergrund, erzählte nebenbei eine brilliante Coming of Age Story und war einfach ein tief unter die Haut gehendes und melancholisches Statement zum Lebensgehfühl der späten 60er, Anfang 70er. 500 DAYS hat schöne Momente, versinkt jedoch hauptsächlich in Plattitüden über das Hinterfragen von Liebe und Beziehungen - an sich nicht völlig mißlungen, lediglich zu inkonsequent und eindimensional erzählt. Es scheint als ob man sich völlig auf die "innovative" [?] Erzählweise verläßt [was sich der Story und dem Spannungsaufbau eher in den Weg stellt]. Die anderen Charaktere des Filmes werden leider stark vernachlässigt und bleiben farblos, lediglich Toms kleine Schwester und ihre Sichtweisen bzw. Ratschläge sorgen zumindest für eine kleine bunte Facette in dem sonst sehr blassen Film. Über die schrecklich misslungene Schlusspointe hüllen wir einmal den Mantels des Schweigens. Trotz kleinen Lichtblicken und tollen Darstellern sehr entäuschend!


Wertung: 5/10 Körben

Retro Review FROM BEYOND


Regie: Stuart Gordon
Darsteller: Jeffrey Combs
Buch: Stuart Gordon, Brian Yuzna
Verleih: MGM


Beim Gespann Stuart Gordon, Brian Yuzna und Jeffrey Combs dürften sofort Erinnerungen an die 1986er Schlachtplatte "Re-Animator" aufkommen, aber parallel zu dem Film drehte das oben erwähnte Trio "From Beyond", eine nicht ganz unähnliche Mad-Scientist-Variante einer H.P. Lovecraft Vorlage.

Humans are such easy prey [Zitat]


Zwei Wissenschaftler öffnen mittels eines skurillen Aparates [natürlich bar jeder Erklärung] Das Tor zu einer anderen Welt und lösen damit eine brachiale Latex-Orgie aus. Der erste Wissenschaftler wird augenscheinlich durch ein riesiges Tentakelmonster seines Hauptes entledigt und in die andere Welt befördert, während sein Gehilfe in der Psychiatrie landet und dort mit seiner Geschichte vor weiteren Massakern warnen will.

What happened in there? It ate him! [Zitat]


Einfach unglaublich was Stuart Gordon mit From Beyond auf die Leinwand gezaubert hat, Latex und Innereien wo das Auge nur hinblickt, Mutationen die einen Vergleich mit John Carpenters "The Thing" standhalten können und ein Jeffrey Combs der einmal wieder völlig überzeugend im "fucked-up-mad-scientist" modus umherkriecht. Auch der Rest der Crew schreckt nicht vor Schleimbädern, Strapsen und weiterem, unfassbarem Wahnsinn zurück. From Beyond ist ein höchst unterhaltsames "Day of the Tentacle" meets "Half Life" Crossover und hat besonders was das Creature Design angeht die spätere Pop- und Filmkultur nachgiebig beeinflusst.

Let it happen, Crawford [Zitat]

Re-Animator und From Beyond sind wohl die beiden Schmuckstücke in der Filmografie Gordons und Yuznas, nach 1987 konnten beide nie wieder so souverän überzeugen. Hier noch der herrliche [→ Trailer]


Wertung 8/10 Eimern Grobgehacktes