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Review: SURROGATES

Regie: Jonathan Mostow
Darsteller: Bruce Willis, Rhada Mitchell, James Cromwell
Verleih: Touchstone

Wir schreiben das Jahr 2054. Jeder Mensch lebt ganz für sich alleine, niemand verlässt sein Haus, Beziehungen zu anderen Menschen gibt es nicht mehr. Menschliche Kommunikation wird nur noch über sogenannte Surrogates geführt, ferngesteuerte Roboter, die das Leben der realen Menschen vereinfachen und absichern sollen. Bruce Willis alias Agent Greer kommt zufällig einer geheimnisvollen Verschwörung auf die Spur welche das Leben der Menschen mit den Surrogates für immer verändern wird.

Volle Straßen und dennoch keine Menschenseele...

Regisseur Jonathan Mostow [Breakdown, Terminator 3] behandelt in seinem Actionblockbuster SURROGATES [→Trailer] einige interessante Aspekte zum Thema "digitale Identität" und "Avatare". Es finden sich einige Parallelen zu aktuellen Diskussionen über "Social Networking" wie in "Facebook" oder "Flucht in Virtuelle Welten" [Second Life, World of Warcraft] in der Welt der Surrogates. Einige Einfälle sind wirklich großartig und auch die verwendete Technik fühlt sich trotz Computereinsatz erfrischend "handgemacht" an. Dennoch springt der Funke nicht ganz über, die kreierte Welt ist zwar in Ansätzen gelungen konstruiert, allerdings ist die Story drumherum sehr platt und bar jeder Kreativität. Sicherlich entstammt diese der Vorlage [Graphic Novel], was aber keine Entschuldigung dafür sein sollte, dass der Film schon nach schlappen 80 Minuten völlig gehetzt endet und alle guten Ideen wie eine Seifenblase zerplatzen.

Solide Actionkost - schnell konsumiert, ebenso schnell wieder vergessen.

SURROGATES ist kein wirklich schlechter Film, nein - der Kontrast zwischen den künstlich scheinenden Doppelgängern und den "abgenutzen" realen Pendants lassen viele Verflechtungen mit aktuellen Themen zu, fanden aber leider nicht den Weg ins Drehbuch. Kurzum: Surrogates ist soldie Sci-Fi-Unterhaltung, hätte es mit etwas mehr Motivation des Drehbuchautors durchaus mit I ROBOT aufnehmen können, scheitert aber an seiner viel zu platt umgesetzten Story.


5/10 veralteten Haushaltsrobotern

Mit diesem Thema hat sich Woody Allen schon in SLEEPER auseinandergesetzt und mit wesentlich mehr Biss [Allerdings aber auch Klamauk] gesellschaftskritischen Spott verbreitet und gegen die Upper-Class gehetzt.

Persönliche Anmerkung:
Als vor ca. 4 Jahren James Camerons AVATAR angekündigt wurde habe ich ehrlich gesagt einen Film dieser Art erwartet...

Review: VINYAN


Regie: Fabrice Du Welz
Darsteller: Emmanuelle Béart, Rufus Sewell
Buch: Fabrice Du Welz und David Greig

Ein englisches Paar verliert ihr Kind in der Flutkatastrophe in Thailand, die genaueren Umstände sind unbekannt. Als der Sohn aber eines Tages in einem Video auftaucht, machen sich die beiden Eltern auf die Suche nach ihrem Kind. Eine Reise in eine mysteriöse wie auch geisterhafte Welt beginnt und bald stößt ihr menschlicher Verstand an seine Grenzen und die Ereignisse werden immer unbegreiflicher. Fabrice Du Weltz Debüt CALVAIRE war ein meisterhafter, vor Spannung berstender Backwoods-Horrorfilm - eine Art Hommage an DELIVERANCE, STRAW DOGS und TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Sein neuesters Werk VINYAN [→Trailer] ist ein komplexer und zermürbender Trip mit sehr vielen Parallelen zu APOCALYPSE NOW - nein besser - Joseph Conrad's HEART OF DARKNESS. Geschickt verknüpft er den seelischen Gemütszustand seiner Protagonisten mit düsteren, bedrolichen und kaum auszuhaltenden Bildern und Soundkollagen.

When someone dies a bad death, their spirit becomes confused and angry. They become Vinyan [Zitat]

Im Laufe des Filmes nimmt die Erzählweise immer abstraktere Formen an und man bekommt das Gefühl eine Art Damoklesschwert schwebe über dem Haupt der beiden Suchenden. Selten hat es ein Horrorfilm geschafft eine solche bedrohliche und unbequeme Atmosphäre zu schaffen. Man ist versucht sich oft Augen und Ohren zuzuhalten um eine Distanz zum Gesehenen zu bekommen, denn Fabrice Du Weltz' Trip in die Psyche wirkt sehr direkt und unmittelbar auf den Zuschauer. Wo "gewöhnliche" Filme auf Schockeffekte setzen, baut VINYAN seine diabolische Stimmung durch düstere Settings und Figuren auf.

no one will ever know whether children are monsters or monster are children [Zitat Henry James]

Das Ende des Filme fühlt sich an wie die brenneden Apokalypse die sich auf einer Leinwand entflammt, selten hat ein Film seine Zuschauer in einen derartig intersiven Zustand der Trance versetzt [dramaturgische Mitte des Filmes] und anschliessend auf solch eine hilflose Art verstört [Finale].
Inhaltlich ist Du Weltzs Film mit Nicolas Roegs WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN vergleichbar, allerdings verwendet er eine gänzlich andere Symbolik. VINYAN ist wahrlich kein Film für die breite Masse, die Spannung kommt sehr subtil daher und die vielen Stimmungsbilder verlangen vom Zuschauer oft viel Geduld ab. Die Besetzungsliste liest sich sehr international: Rufus Sewell [DARK CITY] Emmanuelle Béart [Mission Impossible] und Julie Dreyfus [Kill Bill]. Für das genial-intuitive Kameraspiel zeichnet sich IRREVERSIBLE-Cinematograf Benoît Debie verantwortlich und auch der Soundtrack stammt aus der Feder von einem bekannten französischen Horror-Veteranen, nämlich von François Eudes [High Tension, Inside]. Fabrice Du Weltz dreht derzeit sein Hollywood-Debüt [Arbeitstitel: MORE], man darf gespannt sein wie sehr sich die amerikanischen Einflüsse bemerkbar machen [bzw. wie sehr sich das Talent den üblichen massentauglichen Kompromissen geschlagen geben muss]


8/10 fauchenden Vinyans

Wenn man sich auf den Trip einlässt, dann servieren einem die VINYAN ein ähnlich zermürbendes Gefühl in der Bauchhöle wie MARTYRS.

Review: OUTLANDER


Regie: Howard McCain
Darsteller: Jim Caviezel, Sophia Myles, John Hurt
Buch: Dirk Blaman mit Howard McCain
Verleih: Wild Bunch

Wir schreiben das Jahr 709 nach Christus. Raumfahrer Kainan [James Caviezel] vollbringt mit seinem Raumschiff eine Notlandung direkt im Revier eines Wikingerclans. Die gesamte Raumschiffbesatzung stirbt beim Absturz, er ist jedoch nicht der einzig Überlebende dieses Unfalls: Moorwen, eine gigantische ausserirdische Bestie wurde durch das Unglück auf den Wikingerstamm losgelassen. Nun beginnt eine gnadenlose Jagd, bei der sich Kainan zunächst vor den Wikingern für seine Taten verantworten muss, bevor Diese gemeinsam in die Schlacht gegen die übermächtige Bestie treten können.

we killed them all to rule their planet, except one of them [Zitat]

OUTLANDER [→Trailer] ist ein Crossover aus Sci-Fi-, Action-, Horror-, Monster- und Wikingerfilm. Klingt zunächst sehr trashig, ist aber in der Ausführung nahezu perfekt gelungen. Die Jagd nach Moorwen ist wirklich sehr spannend und wurde von Regisseur Howard McCain sehr unterhaltsam inszeniert. Die zahlreichen Locationwechsel sorgen für sehr viel Abwechslung und die mehr als gelungenen Specialeffects [Weta] lassen einem für einen Film dieser Sorte wirklich mehr als einmal staunenend zurück. OUTLANDER ist zu keinem Zeitpunkt als B-Film zu verstehen, dafür ist er viel zu gut durchdacht [grandiose Rückblicke erklären die Vorgeschichte] und auch konsequent zu Ende gedacht [vorhersehbar, aber gelungen].
Das Gelingen des Filmes verdankt er auch der Tatsache, dass es sich nicht um einen reinen Männerfilm handelt, sondern mit Sophia Myles als Wikingeramazone, hat der Film auch eine sehr starke weibliche Identifikationsfigur, die weit mehr ist als eine bloße Stichwortgeberin, wie sonst so üblich im Genre. Desweiteren überzeugt der Film durch eine sehr gute Besetzugsliste: So sehen wir Ron Pearlman [HELLBOY] als Clanchef und John Hurt [1984] als erhabenen König. Ein Fest!


7 von 10 betrunkenen grölenden Wikingerbarden
Kurzum ein Film der großartig unterhält und einfach Spass macht! In Deutschland ab Mitte November zu bestaunen!

Review: G.I. JOE


Regie: Stephen Sommers
Darsteller: Dennis Quaid, Sienna Miller, Joseph Gorden Levitt, Lee Byeong-heon
Buch: Stephen Sommers
Verleih: Paramount

G.I. Joe [→Trailer] ist eine der besten und geheimsten Spezialeinheiten des US-Militärs. Im Kampf gegen die Terrororganisation "Cobra" scheppert ordentlich die Bude und irgendwelche Dinge explodieren Ständig bis die Bösen schlussendlich wieder im Gefängnis hocken und grimmig gucken dürfen. Lediglich eine lieblos dahingeklatsche Schlusswendung reißt den Zuschauer aus seinem unruhigen Schlaf und erfüllt das Herz des Betrachters mit Glücksgefühlen, den Kinosaal endlich verlassen zu dürfen.
Ein globaler Witz, was Stephen Sommers [Van Helsing, Mumie] hier auf die Leinwand zwingt. Er unterbietet sogar seinen größten Misserfolg: Van Helsing. Es tut wirklich weh, wie sich Lee Byeong-heon [Einer der größten Koreanischen Schauspielern, u.a. aus THE GOOD, THE BAD, THE WEIRD] oder Dennis Quaid [THE BIG EASY] über die Leinwand quälen. Der Film vermittelt tatsächlich den Eindruck als sein er dem Kopf eines 5 jähhrigen entsprungen, der gerade mit seinen G.I.Joe Soldaten gegen HE-Man Spielfiguten kämpft. Kurz zusammengefasst: Motivationsloses, konfuses und stinklangweilliges Skript, Schauspieler die sich jetzt schon für den Film schämen werden aber teilweise wirklich gelungene Spezialeffekte. Mehr gibts zu dieser Zeitverschwendung nicht zu sagen.


1/10 mal in den Kampfanzug gestrullert
Erreicht ungefähr ungefähr das bodenlose das Niveau von TRANSFORMERS 2