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DAS HAUS DER DÄMONEN


Regie: Peter Cornwell
Darsteller: Kyle Gallner, Virginia Madsen, Elias Koteas
Buch: Tim Metacalfe

Unheilvolle Visionen plagen einen todkranken Jungen, nachdem er mit seiner Familie in ein neues Haus eingezogen ist. Sind die düsteren Gestalten nur ein Fiebertraum verursacht durch starke Medikamente, oder bewohnen tatsächlich Dämonen das Haus in Connetitcut?

Ein kleiner Ausflug nach Italien.

"Fulci Light", so könnte man das Genre nennen, das THE HAUNTING OF CONNECTICUT [→Trailer] hier beschreitet. Vordergründig handelt es sich bei dem Regiedebüt von Peter Cronwell um einen relativ überraschungsfreien und vorhersehbaren Horrorfilm mit sehr [!] effektiven, wenn auch kalkulierten, Schoksequenzen. Unter der Oberfläche ist HAUS DER DÄMONEN [dt. Titel] aber sichtbar von der Italo-Horrorwelle beinflusst. So lässt sich die Handlung wie ein exaktes Crossover aus Lucio Fulcis THE BEYOND und HOUSE BY THE CEMETARY verstehen und ist auch optisch vom italienischen Großemeister inspiriert. Dennoch wirkt der Film recht eingenständig, ohne dabei Ambitionen auf ein Meisterwerk zu entwickeln. Das Makeup der erscheinenden Gestalten ist sehr gut gelungen und auch die Soundkulisse kann als effektiv und stimmungsvoll bezeichnet werden.

Solide Spannung für den Horrorliebhaber

Es kommt nicht mehr oft vor, dass einem ein amerikanischer Horrorfilm in den Kinosessel drückt und tatsächlichen Grusel erzeugt. THE HAUNTING OF CONNECTICUT schafft dies zumindest teilweise und kann qualitativ im Oberen Mittelfeld eingeordnet werden. Seien wir mal ehrlich - im Prinzip sind die alten Fulcis auch nichts weiter als stimmungsvolle B-Movies, aber dennoch habe sie ihren Thron auf dem Horrorthron verdient. HAUS DER DÄMONEN ist eine gelungene Hommage an diese Ära - kein Klassiker, aber effektives Genrekino.


6/10 spukenden Hausgeistern
Wesentlich gelungener als der völlig überschätze Amateur-Wackelgrusler PARANORMAL ACTIVITY, der gerade das hiesige Mainstreampublikum in den Schlaf wiegt.

Review GAMER


Regie: Mark Neveldine Brian Taylor
Darsteller: Gerald Butler, Amber Valetta, Alison Lohmann

In einer nahen Zukunft sind Computerspiele real geworden, sogenannte GAMER [→Trailer] können die Identität einer Spielfigur annehmen und diese via Gedankenkontrolle steuern. Der neueste Hit ist das Spiel SLAYERS, eine Art COUNTERSTRIKE mit realen Menschen. Eine Hackergruppe geht gegen King Castle [!] den Gründer dieser Spielwelt vor und versucht dem unmoralischen Treiben ein Ende zu setzen.

Krach, Bumm, Fizz

Das sind ungefähr die ersten Eindrücke die man von GAMER mit Gerald Butler in der Hauptrolle mitnimmt. Mark Neveldine und Brian Taylor haben schon mit CRANK einen sehr adrenalingeladenen Film abgeliefert, aber nach GAMER wirkt ihr Erstlingswerk wie ein dröger Arthausfilm der nicht in die Gänge kommt. Ein Alptraum für Epileptiker, selten hat man solch hektische Schnitte, wuchtigen Sound und extreme Bildverfremdungen auf der Leinwand gesehen. Im Prinzip ist diese Technik sehr effektiv um den thematisch in die Handlung eingebundene Bildersturm zu visualisieren, aber es scheint als sei man meilenweit am Ziel vorbeigeschossen und alle Fäden aus der Hand verloren.

Weniger ist mehr!

Schon nach zwanzig Minuten hat man starke Probleme dem Treiben weiter folgen, denn man ist als Zuschauer einfach überfordert. Auch die übertrieben Charaktere [hauptsächlich die Darstellung der GAMER] wirkt zu überzogen um sich in Handlung einzufügen und eine Einheit zu bilden. So wirkt GAMER wie ein hektisch zusammengeschustertes Machwerk mit Ambitionen zu einem modernen RUNNING MAN, erfüllt diesen Anspruch nicht, da einfach alles viel zu überfrachtet, im Detail aber zu lieblos umgesetzt ist. GERALD BUTLER ist hoffnungslos unterfordert und man fragt sich was der einminütige Auftritt der großartigen Alison Lohmann [DRAG ME TO HELL] soll.
Unterm Strich ist GAMER eine Actiongranate, die leider auch das Publikum in Stücke reisst und selbiges beim Erscheinen der Abspanns aufatmen lässt.


3/10 epileptischen Anfällen
Eine Actiongranate, die an starken inszenatorischen Mängeln krankt