.

CANNES 2010 Sahnestückchen


Am 15. April wurde das Programm des Filmfestivals in Cannes 2010 bekannt gegeben. Dieses Jahr scheinen einige interessante Titel dabei zu sein, unter anderem OUTRAGE, der neue Film von Takeshi Kitano [Violent Cop] und POETRY vom Koreaner Lee Chan-Dong [OASIS, PEPPERMINT CANDY]. Hier die Trailer [leider OT] zu den beiden Filmen:





Außerhalb des Wettbewerbs läuft unter anderem YOU WILL MEET A TALL STRANGER von Woody Allen [MANHATTAN STORY], TAMARA DREWE von Stephen Frears [High Fidelity] und WALL STREET 2 von Oliver Stone [PLATOON]

AUFTRAG RACHE


Regie: Martin Campbell
Darsteller: Mel Gibson, Ray Winstone
Buch: Andrew Bovell, William Monahan

Bei Filmen von Regisseur Martin Campbell weiss man nie so recht mit was für einer Qualitätsstufe man rechnen darf. Zwischen uninspirierten Standardkrachern vom Reissbrett [VERTICAL LIMIT] und durchaus gelungenen und zugleich überraschend frischen Werken [CASINO ROYAL] ist tatsächlich Alles möglich, dass sein neuester Streich jedoch solch einen unmotivierten Plot in einer derart uninteressanten, ja regelrecht langweilligen Geschichte präsentiert, damit hätte wohl niemand gerechnet.

Eine Geschichte über Trauer und Vergeltung.

Vor ca. einem Jahr wurde hier schon berichtet, dass Mel Gibson endlich wieder einmal VOR der Kamera zu sehen sei. Als dann auch noch bekannt wurde, dass es sich bei dem Film um einem Actionthriller mit der aktuell sehr beliebten Rache-Thematik handeln sollte, sind die Erwartungen gleich in die Höhe geschossen. Nach dem düsteren und zugleich gelungenen Directors Cut von PAYBACK [ebenfalls mit MEL GIBSON] war der Start von THE EDGE OF DARKNESS [→Trailer] zumindest rein marketingtechnisch gut geebnet und eigentlich konnte nicht viel schief laufen. Dass der Film dennoch unterirdisch gefloppt ist, liegt hier tatsächlich am Film selbst. Selten hat man eine solch langweillige und vorhersehbare Geschichte geboten bekommen, Mel Gibsons Darbietung als Vater der den mysteriösen Mord an seiner Tochter aufklären will, ist bestenfalls durchschnittlich, man kann ihm seine lustlosigkeit förmlich ansehen. Trauer oder sonstige Emotionen lassen sich in seinem Gesicht nur erahnen und auch die übrigen Darsteller [sogar der sonst so großartige Ray Winstone] bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Es hat den Eindruck als haben man versucht dem Zuschauer durch die ruhige Machart einen subtilen Film zu suggerieren, aber in Wirklichkeit fehlt einfach eine gute Geschichte und subtil ist höchstens die Schrift im Abspann.

Kurz zusammengefasst:

Die Probleme des Filmes kann man im Konsens wie folgt benennen: Die Story ist bestenfalls auf dem Niveau einer Vorabendserie, es entsteht nicht der Anflug von Spannung und die Ursache bzw. die Beweggründe der Bösewichte werden einerseits schon nach der ersten halben Stunde genannt, sind dann aber auch derart lächerlich und unmotiviert, dass man sich zwingen muss dieses stinklangweillige Verbrechen an uns Cineasten bis zum Ende zu ertragen.


2/10 abgestürzten Mel Gibsons

EVERYBODY'S FINE


Regie: Kirk Jones
Darsteller: Robert De Niro, Sam Rockwell, Drew Barrymore, Kate Beckinsale
Buch: Kirk Jones

Hätte man nur die Besetzungsliste dieses Filmes gelesen, so würde man einen großen Film erwarten und nicht einmal im Ansatz vermuten, was uns Regisseur Kirk Jones [damals für den tollen LANG LEBE NED DIVINE verantwortlich] hier zu bieten hat.
Bei EVERYBODY'S FINE handelt sich um ein Remake des Filmes STANNO TUTTI BENE von Giuseppe Tornatore [CINEMA PARADISO]

Ein Film über die Familie

Die Geschichte vom pensionierten Witwer der seine Kinder auf einer kleinen aber dennoch strapazierenden Odyssee besucht, ist natürlich nicht wirklich neu [abgesehen davon, dass es sich ohnehin um ein Remake handelt], aber der Film hat seine kleinen Geheimnisse die den Zuschauer mitfiebern lassen, z.b. was denn nun mit dem "verschollenen" Sohn passiert ist. Was EVERYBODY'S FINE [→Trailer] aber tatsächlich sehenswert macht, sind die kleinen [verschwiegenen] Details, die liebevoll gezeichneten Charaktere und die wunderschöne, aber zugleich melancholische Grundstimmung, die den ganzen Film umgibt. De Niro spielt so gut wie schon seit langer Zeit nicht mehr und auch der Rest der Besetzung [besonders Sam Rockwell] kann nur positiv erwähnt werden.

Trotz großer Besetzung: klein aber frisch.

EVERYBODY'S FINE ist ein schöner, kleiner [!] Film, der den Zuschauer prächtig unterhält, aber auch sehr stark berührt. Mehr sollte man zu diesem Kleinod nicht sagen: Watch it, and Everybody will be fine!


8/10 Notlügen