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VALHALLA RISING Interview


Ein schöner Netzfund, den ich euch nicht vorenthalten möchte: BBC hat ein interessantes Interview mit Nicolas Winding Refn zum kürzlich besprochenen Film [→VALHALLA RISING] geführt. Wer den großartigen Film mit Mads Mikkelsen noch nicht gesehen hat, dem sei die fabelhafte Bluray aus den UK empfohlen, erhältlich auf www.play.com oder amazon.co.uk bzw. amazon.de.

Hier das Interview [to whom it may concern]:

Gewinnspiel zum Kinostart von GENTLEMEN BRONCOS


Zum Kinostart von Jared Hess' Nerdkomödie GENTLEMEN BRONCOS veranstaltet der Palast ein kleines Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es dieses großartige "Vote for Pedro" Shirt Größe XL und die Doppel-DVD NAPOLEON DYNAMITE und HOT ROD [beide in deutscher Sprache, obwohl man vor allem, ersteren ausschliesslich im nerdigen Original erleben sollte].
Alles was ihr tun müsst ist folgende Frage im Kommentarfeld zu beantworten und einen kurzen Kommentar, WARUM ihr dieses Set gewinnen wollt.

Wie heisst der Onkel in NAPOLEON DYNAMITE, der sich um Napoleon und Kip kümmern soll?

Der Gewinner wird am 4. Juni ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hier noch der Trailer zu den GENTLEMEN BRONCOS

VALHALLA RISING


Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller: Mads Mikkelsen, Jamie Sives, Gary Lewis
Buch: Roy Jacobsen, Nicolas Winding Refn

Nicolas Winding Refn und Madds Mikkelsen gehören zusammen wie Herzog und Kinski. Mit der schwarzen, bitterbösen Pusher-Trilogie aus Dänemark schuf sich Refn einen großen Fankreis und verhalf Mikkelsen zu internationalem Erfolg, wie etwa in der Rolle des Le Chifré in CASINO ROYALE. Neben BLEEDER verzeichnete Refn unter anderem großen Erfolg mit dem in England gedrehte Psychogramm BRONSON, welches er in den Drehpausen zum Wikingerepos VALHALLA RISING drehte.

Die Männer Gottes!?

Unglaublich roh, düster und naturgewaltig kommt VALHALLA RISING daher: Knochen brechen, Schädel knacken und Innereien quellen aus den geschundenen Wikingerleibern hervor. Refn erzählt die Geschichte des stummen, bärenstarken Kriegers [Madds Mikkelsen] der sich aus seiner gladiatorenhaften Gefangenschaft entreisst und einem Kreuzug in das gelobte Land anschliesst. Die Reise die er dabei beschreitet ist wohl am ehesten mit Joseph Conrad's INTO THE HEART OF DARKNESS vergleichbar, denn der hellsehende, einäugige Barbar begiebt sich auf eine Odyssee tief in den Abgrund seiner Seele und dort findet er keinen Gott.

Eine Reise in die Hölle.

Stellenweise erinnert Refns Inszenierung an Werner Herzog's AGUIRRE - DER ZORN GOTTES mit Klaus Kinski, mindestens genauso wahnsinnig ist der Strudel der psychischen und physischen Gewalt der man sich als Zuschauer in diesem Film ausgesetzt fühlt. Die metaphorische Reise in die Hölle wird dabei in klug unterteilten Kapiteln erzählt, die den Zuschauer etwas an der Hand nehmen und durch den Nebel führen. Refn spielt sehr geschickt mit der Landschaft: Orientierungslosigkeit im Nebel und der Finsternis stehen im Kontrast zu den kalten, groben Gebirgslandschaften, die eine fast schon ohnmächtige Weite suggerieren. Der Film findet sein eigenes, erstaunlich ruhiges und unkonventionelles Tempo was VALHALLA RISING einerseits etwas schwer verdaulich, aber dafür aber umso eindrucksvoller macht.

Apocalypse Now!

Kein Film für die breite Masse, wer sich aber darauf einläßt erlebt mit VALHALLA RISING ein unfassbares, bildgewaltiges Filmmonster, welches den Zuschauer betäubt und gnadenlos auffrisst. Ein Meisterwerk. Punkt.


10/10 einäugigen Dänen

Ein Highlight 2010: Dieser einzigartige Film wurde in die Jahresliste der gelungensten Filme 2010 aufgenommen!

Hier noch ein interessantes [→Interview] mit dem Regisseur des Filmes.

In England ist der Film ungekürzt in sehr guter Bild und Tonqualität auf Bluray erschienen, eine Auswertung in Deutschland steht noch aus.

Unterstützt FERNSEHKRITIK-TV!


Gerne verweise ich auf das höchst bemerkenswerte medienkritische Programm von Fernsehkritik-TV. Holger Kreymeier betreibt dort sehr wertvollen investigativen Entlarvungsjournalismus und führt einen Kampf gegen die Verdummung im TV-Programm, welcher nicht selten geradezu "David-gegen-Goliath-hafte" Maße annimmt. Fernsehkritik-TV versucht auf diesem Weg üblen Kreaturen, wie etwa den Betreibern von "Call-in-TV" oder den lobotomisierten Autoren diverser Reality-Dokus, den Garaus zu machen. Die Zuschauer sollen so zu wesentlich mehr Reflektion über das Gesehene aufgefordert werden oder bestenfalls dem selbstauferlegten Credo "Schalten Sie mal wieder ab" folgen.

"Triumph und Tragik"

Für dieses lobenswerte Engagement wurde FERNSEHKRITIK-TV zurecht für den Online-Grimme-Award 2010 nominiert. Leider musste sich Kreymeier in letzter Zeit mit einigen unschönen gerichtlichen Urteilen geschlagen geben und kämpft nun mit den immensen Gerichtskosten.[→Hier nachzulesen] Der Palast fühlt sich an dieser Stelle verpflichtet Euch aufzurufen FERNSEHKRITIK-TV mit einer kleinen Spende zu unterstützen, jeder so gut wie er kann. Möge uns diese Perle noch lange erhalten bleiben!

Ein Herz für (Film-) Blogs


Als (Film-)Blogger stellt man sich oft die Frage, wie oft (bzw. ob überhaupt) die eigens geschriebenen Zeilen gelesen werden. Besonders das Palastmagazin hängt meiner Wenigkeit sehr am Herzen und ich hoffe euch so oft wie möglich neue interessante Ausgaben bieten zu können. Bei dem hektoliterweise aufgebrachten Herzblut ist es sehr schön zu sehen, dass man tatsächlich irgendwo im Land auf offene Ohren bzw. Augen stößt. In der Rubrik Ein Herz für (Film-) Blogs des multimedialen Blogs iheartpluto.de taucht das Palastmagazin neben tollen Projekten wie negativ-film.de oder dem von mir sehr geschätzen filmaddicts.de auf.
Vielen Dank an dieser Stelle für die lobende Erwähnung und nun gehts auch schon weiter mit der dritten Ausgabe des Palastmagazins. [Dies ist übrigens Jubiläumsbeitrag Nr. 100]

DAS LEUCHTEN DER STILLE


Regie: Lasse Hallström
Buch: Jamie Linden
Darsteller: Amanda Seyfried, Channing Tatum, Richard Jenkins

Gene Hackman hat einst über das filmische Werk Eric Rohmers gesagt, dass sein Schaffen in etwa so spannend sei, wie Farbe beim Trocknen zusehen. Ob das auf Rohmer zutreffen möge, will ich an dieser Stelle nicht erläutern, aber eines ist klar: DAS LEUCHTEN DER STILLE erfüllt diesen hohen cineastischen Anspruch auf ganzer Linie.

"Schmalz" meets "Propaganda"

Das einzig positive an diesem zu Tode gesülzten Schmachtfetzen ist die herausragende Performance von Richard Jenkins in der Rolle des autisitschen Vaters, der Rest soll doch bitte in die ewigen Jagdgründe des Hollywood-Anrührbreis eingehen. Was ist nur los mit dem ehemals kreativen Regisseur Lasse Halström? Einst konnte er mit wirklich überzeugenden Literaturverfilmungen überzeugen [GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG, IRGENDWO IN IOWAH] doch spätestens seit der Kostümschmonzette CASANOVA kann man seinen Namen nicht mehr wirklich mit hoher Qualität in Verbindung bringen. Hauptdarsteller Channing Tatum ist ein Genie - nämlich darin sich zwei Stunden lang mit demselben steifen Gesichtsausdruck durch hölzerne Dialoge durchzustottern und TWILIGHT-Besen Amanda Seyfried trägt den Film leider auch nicht in höhere Sphären.

Was ist los mit dir, Lasse?

Das Problem fängt schon beim Drehbuch an, basierend auf einem Roman von Nicholas Sparks [MESSAGE IN A BOTTLE, THE NOTEBOOK], werden sämtliche interessante Aspekte wie "Heimweh", "räumliche Distanz in einer Beziehung" oder das Leiden des autistischen Vaters nur am Rande angeschnitten. Stattdessen erleben wir zwei Stunden lang die unpässliche Chemie zwischen dem Leinwandpaar Seyfried/Tatum, von Knistern kann hier beim besten Wille nicht die Rede sein. Der nervtötende Konflikt zwischen erfüllter Liebe und patriotischer Pflichterfüllung für das Vaterland geben diesem Machwerk eine fast schon propagandeske Note. Der Film bietet nicht einmal ausreichend sentimentalen Kitsch um wenigstens auf der niedersten Ebene des Kinos zu funktionieren. Hallström hat mit diesem lauwarmen Geplätscher eindeutig seinen Tiefpunkt ereeicht.


2/10 Schnarchnasen

BOOK OF ELI


Regie: Albert Hughes, Allen Hughes
Buch: Gary Whitta
Darsteller: Denzel Washington, Mila Kunis, Gary Oldman

Was wäre eine Welt ohne Gott? Anders formuliert: Wohin führt eine Gesellschaft ohne Glauben?
BOOK OF ELI spinnt dieses postapoklyptische Szenario nach einem nicht genauer definierten Atomkrieg. Gesellschaftliche Strukturen sind zusammengebrochen und die letzten überlebenden Wegelagerer terrorisieren sich nach altbekannter Mad Max-Manier. Ein einzelner Prophet [very straight: Denzel Washington] zieht durch diese Landen und beschützt ein Buch, dessen Inhalt für Einige als allmächtige Waffe gilt. Natürlich sind dunkle Gestalten hinter dem Buch her, denn in einer Welt in der Jeder nach etwas sucht, an das er glauben kann, ist die Botschaft eines Proheten mächtiger als jede Waffe.

Und wieder fällt saurer Regen zu Boden...

Der Film macht keinen Hehl daraus ein Abklatsch von MAD MAX, THE ROAD oder I AM LEGEND zu sein, aber dennoch: ELI funktioniert auf mehreren Ebenen, einerseits bietet er das imposante Bild einer apokalyptischen Welt und deren zurückentwickelten Gesellschaft und auf der anderen Seite protzt der Film mit knallharten und hervorragend choreographierten Actionsequenzen. Gary Oldman gibt wieder einmal den intellektuellen Bösewicht und Denzel Washington scheint für die Rolle des stoiischen Wächter des Buches wie geschaffen zu sein. Abgesehen von einigen klaffenden Logiklöchern überraschen die beiden Hughes Brothers [MENACE 2 SOCIETY] nach filmischem Einheitsbrei wie FROM HELL und neunjähriger Abstinenz mit einem gelungenen Endzeitthriller, der ein etwaiges Remake von MAD MAX ganz und gar hinfällig macht. BOOK OF ELI ist mit seiner brüchigen Story ein gefundenes Fressen für alle, die etwas schlechtes an einem Film finden wollen, wer aber auf der Suche nach einem bildgewaltigen und spannenden Actionkracher ist, der sei mit dem Streifen voll und ganz bedient. [aber bitte in Full-HD mit gutem Sound!]


7/10 straighten Propheten