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SPLICE


Regie: Vincenzo Natali
Produzent: Guillermo Del Torro
Buch: Vincenzo Natali, Antoinette Terry Bryant
Darsteller: Adrien Brody, Sarah Polley, Abigail Chu

Wenn sich Wissenschaftler in verriegelten Laboren an Experimente mit menschlicher DNA wagen, kommen unweigerlich nostalgische Erinnerungen an herrlich abgefahrene Filme wie RE-ANIMATOR auf. Zwar beabsichtigt Regisseur Vincenzo Natali mit SPLICE keinen kruden Splatterfilm wie den oben genannten Titel zu inszenieren, aber dennoch versprüht sein Film hin und wieder den sehr klassischen Charme eines Science Fiction Films, wobei es sich um mehr "Science" als um "Fiction" handelt.

Zischen Monstermovie und hintergründigem Science Fiction

Durchweg spannend inszeniert, überzeugt SPLICE vor allem durch seine interessante moralische Komponente, man erlebt sich als Zuschauer stets urteilend, hin und wieder sogar angewiedert, aber der Aspekt des Unvorhersehbaren macht Natalis Film wirklich sehenswert. Trotz heikler Thematik wird unfreiwillige Komik stets erfolgreich umschifft und stattdessen subtiler Grusel und haushohes Erstaunen über das Gesehene erzeugt.

Ein Hoch auf die Gentechnik

Technisch präsentiert sich der Film auf allerhöchstem Niveau, ob nun der Einsatz von Computertechnik, das atmosphärische Setdesign oder die gelungene Kameraführung, hier kann SPLICE wirklich einen Trumph ausspielen. Klassisch und dennoch Überraschend, so könnte man das Seherlebnis von SPLICE zusammenfassen. Wer es schafft Trailer und inhaltliche Zusammenfassungen [auf die an dieser Stelle bewusst verzichtet wird] zu meiden, der ist eindeutig im Vorteil. Vinzenzo Natali hat nach seinem beachtlichen Einstiegserfolg CUBE und dem nicht minder gelungenen CYPHER [leider nicht sehr erfolgreich an der Kinokasse] bewiesen, dass der Kanadier das Potential zu einem neuen Cronenberg hat. Zumindest im Genre des Body-Horror gibt es nun starke Konkurenz im Land der Mounties.


9/10 frisch geschlüpften Erwartungen

KNIGHT AND DAY


Regie: James Mangold
Drehbuch: Patrick O'Neill
Darsteller: Tom Cruise, Cameron Diaz, Peter Saarsgard, Paul Dano, Maggie Grace, Jordi Mollá

Regisseur James Mangold scheint sich Stanley Kubrik zum Vorbild genommen zu haben, denn wie der Altmeister selbst versucht er sich mit jedem seiner Filme in einem neuem Genre. Nach einem Polizeithriller [COPLAND], einem oscarpämierten Drama [GIRL INTERRUPTED], einer ebenfalls mit einem Oscar bedachten Musikbiografie [WALK THE LINE] oder sogar einem Western [3:10 TO YUMA] ist nun mit KNIGHT AND DAY eine Actionkomödie an der Reihe.

Funken sprühen, Autos explodieren und Agenten sterben wie die Fliegen!

Großkaliber Tom Cruise und Cameron Diaz geben sich in dieser locker und beschwingten Agentenhatz von ihrer besten Seite. Zu Beginn versprüht der Film den Charme eines frühen JAMES BOND Filmes und mixt dies gekonnt mit Versatzstücken des modernen Unterhaltungskinos. Mit Cruise/Diaz hat man ein sehr gutes Duo mit einer hervorragenden Chemie gewählt, zwar nervt der weibliche Part ab und an mit übertriebenem, hysterischem Gekreische, die süffisanten Dialoge steuern diesem kleinen Manko allerdings gekonnt entgegen. Die gelungenen Gags, einige interessante Einfälle [Thema: Bewusstlosigkeit] und gut gemachte Actionsequenzen stehen auf der überzeugenden Seite des Filmes. Leider hat die Komödie nach einer sehr gelungenen ersten Hälfte den ein oder anderen großen Hänger und kann die in der Einleitung geschürten Erwartungen nicht ganz halten.

Hollywood bügelt sie alle...

Die Story entpuppt sich recht schnell als pures Alibi und nach Logiklöchern sollte man besser auch nicht suchen, denn diese existieren en masse. KNIGHT AND DAY steht in der Tradition leichter Actionkomödien in der Machart von RUSH HOUR oder MIDNIGHT RUN, charmant inszeniert, stets für einen Lacher gut, aber ebenso schnell wieder vergessen. Mit einer vernünftigen Geschichte hätte man sicher einige Falten ausbügeln können und KNIGHT AND DAY wäre mehr gewesen als er nun ist: James Mangolds schwächster Film.


6/10 ausgelaufenen Batterien