.

VENGEANCE


Regie: Johnny To
Buch: Wai Ka-Fai
Darsteller: Johnny Hallyday, Anthony Wong, Lam Ka-Tung, Lam Suet, Simon Yam

Coole Gangster betreten den Raum ausschliesslich in Zeitlupe. Dass sie dabei einen schwarzen Anzug und eine Sonnenbrille tragen, ist hierbei eine absolute Selbstverständlichkeit. Nicht nur Quentin Tarantino folgt diesem ungeschriebenem Gesetz des Actionfilms, auch Ausnahmeregisseur Johnny To [ELECTION, FULLTIME KILLER, BREAKING NEWS] schickt seine Schergen schon seit Jahrzehnten in modischer Kluft und gebremstem Zeitablauf ins Kugelgewitter.

Die Spirale der Gewalt dreht sich

Sein neuester Film VENGEANCE handelt von dem, was das Actiongenre seit jeher Bewegt: Rache. Um den Überfall an seiner Tochter und die Ermordung seiner Enkel zu vergelten organisiert sich der Franzose Costello [gespielt vom Musiker Johnny Hallyday] Beistand in Form eines charismatischen Triaden-Killertrios. In To's Film geht es hauptsächlich um Ehre, Loyalität und Einhaltung eines Kodex, also nichts neues im Nudelsuppenland - allerdings gelingt es diesem kleinen Film neben beschaulicher Kugelaction ungewohnt ruhige Töne anzuklingen.

Gelungene Bloodshed Action mit Abstrichen

VENGENACE ist weder To's bester Film, noch hat er dem Genre etwas neues hinzuzfügen, einige Elemente, wie z.B. Costellos Anmesie, eine unmotivierte religiöse Erleuchtung, die Ausdruckslosigkeit in Hallydays Gesicht und das unstimmige Finale, verweisen auf einige Ecken, die noch abgeschliffen werden könnten, aber insgesamt bietet VENGEANCE sehr kurzweillige und spannende Unterhaltung. Fans von Johnny To und John Woos Bloodshet Filmen [A BETTER TOMORROW, THE KILLER] werden an diesem Streifen ihre helle Freude haben.

Das Medium

Die Bluray von Koch Media zeigt den Film in sehr guter Bild- und Tonqualität [dt. und engl. in DTS], es handelt sich hierbei wohl um die beste Veröffentlichung eines Johnny To Films in Deutschland. Ein ausführliches Making of, diverse Trailer und natürlich der ungeschnittene, AVC codierte Film machen VENGEANCE zum Kauftipp für jeden Actionfan.


7/10 tanzenden Pistolenkugeln

Satoshi Kon ist tot!


Vor einigen Stunden wurde hier der Vegleich zwischen INCEPTION und PAPRIKA hergestellt, nun überrascht diese Meldung umso mehr: AnimeNewsNetwork verkündete heute, dass der Meister des Animes Satoshi Kon unter noch ungeklärten Umständen gestorben ist. Kon [47] hat sich mit Filmen wie PERFECT BLUE, MILLENIUM ACTRESS und PAPRIKA einen sehr hohen Rang verdient, seine Serie PARANOIA AGENT geniesst unter Animefans Kultstatus. Kon arbeitete zuletzt an Yume Miru Kikai einer Art Roadmovie über Roboter. Der Tod dieses Regisseurs ist ein sehr großer Verlust für die Filmwelt - Er wird fehlen!

INCEPTION

Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Ellen Page, Joseph Gordon-Levitt, Ken Watanabe, Tom Hardy, Cillian Murphy, Marion Cotillard

Christopher Nolan schafft mit Filmen wie MEMENTO, THE PRESTIGE und nun INCEPTION etwas was man heutzutage nicht mehr erwartet: Er lässt den Zuschauer verdammt nochmal selbst denken. Ein lobenswertes Unterfangen, das leider als Rarität betrachtet werden muss, denn welcher [Mainstream-] Film lässt den Zuschauer in diesen Tagen noch mit offenen Fragen zurück? Oft wird jedes kleine Detail bis zum Erbrechen erklärt und ausführlich mit dem Zeigefinger draufgehalten, damit auch jeder sabbernde Doku-novela-Glotzer nicht mit zu hoher Gehirnaktivität belästigt wird.

Bis die Synapsen qualmen...

INCEPTION ist ein faszinierender Film, der in Zeiten von um Megan Fox' Hinterteil tanzenden Plastikroboter so notwendig ist wie eine kaltes Bier in der Wüste. Der Film ist groß, mysteriös, toll besetzt, wunderbar gespielt und sollte einfach selbst gesehen werden, daher wird an dieser Stelle auf eine ausführliche Erläuterung verzichtet und stattdessen ein kleiner ergänzender Filmtipp gegeben: INCEPTION kann man sich als Double-Feature mit Satoshi Kon's PAPRIKA [bei Amazon für sehr wenig Geld zu erstehen] ansehen. Die Ähnlichkeit der beiden Filme ist frappierend und führt zu einer sehr schönen Ergänzung der in den beiden Filmen gesponnen Ideen und gestellten Fragen.


10/10 [Alb-]Träumen aus denen man nicht mehr aufwachen will

Ein Highlight 2010: Dieser einzigartige Film wurde in die Jahresliste der gelungensten Filme 2010 aufgenommen!

A-TEAM - DER FILM


Regie: Joe Carnahan
Drehbuch: Joe Carnahan
Darsteller: Bradley Cooper, Liam Neeson, Quinton Jackson, Jessica Biel

Wir Leben im Jahr 2010 und werden haltlos mit linguistischen Neuschöpfungen wie "Reboots", "Prequels" und "Spin Offs" bombardiert. Hollywood starb schon vor einigen Jahren einen grausamen Gehirntod, schlummert nun in einem bemittleidenswerten Koma vor sich hin und wartet auf das erlösende Ziehen des Steckers. Zähneknirschend nehmen wir [an das breite Publikum angepasste] Remakes toller Filme wie z.B. LET THE RIGHT ONE IN oder von so ziemlich jedem halbwegs gelungenen asiatischen Filmes hin. Leider haben sich die Praktikanten in den Produktionstätten eine ganz neue Teufelei ausgedacht, sogenannte "Reboots" alter [und im Grunde vergessenswürdiger] Serien der Marke STARSKY AND HUTCH, MAGNUM oder eben A-TEAM. Genau um solch eine fragwürdige Kamelle handelt es sich bei A-TEAM - DER FILM.

Folie weg, Mikrowelle an - Guten Appetit!

Ob man nun ein großer Fan der Serie war oder nicht, eines muss man sich zugestehen: das A-TEAM war trotz seines actionbetonten Settings nichts weiter als eine auf Familientauglichkeit getrimmte Version einer Möchtegern-Actionserie, so gesehen steht die Bande voll und ganz in der Tradition der Föhnmähne McGyver. In Punkto Anspruch folgt die 2010er Version voll und ganz dem Prinzip der Serie: Der Film ist laut aber zahm, seltsam familienfreundlich [In welcher Welt beschimpft denn ein Schwarzer einen Weißen mit "Du Pfosten"???] und ziemlich dämlich in allen Belangen. Der geneigte Actionfan wird durch die gut auserlesene Besetzung [Liam Neeson, Bradley Cooper etc.] und die derbe Action etwas besänftigt, aber auch dieser wird nach Verlassen des Kinos schnell vergessen was da auf der Leinwand zu sehen war.

Mer losse d´r Dom in Kölle

A-TEAM ist letzendlich kein Totalausfall, prinzipiell handelt es sich um einen relativ spassigen und durchaus kurzweiligenen aber ebenso austauschbaren und belanglosen Actionfilm. Wer den Kölner Dom in Frankfurt [?!], einen großen Flughafen in Mannheim [???!] oder norwegisch sprechende Polizeibeamte in Deutschland [Skol!!!!!] erleben will, der darf einen [bitte stark alkoholisierten] Blick riskieren, alle Anderen warten bitte auf das "echte" A-TEAM: Stallones EXPENDABLES.


3/10 Plänen, die dann doch nicht funktionierten