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BURIED - Lebendig Begraben


Regie: Rodrigo Cortés
Darsteller: Ryan Reynolds

BURIED beginnt mit einem schwarzen Bild. Der Zuschauer vernimmt den dumpfen Atem eines Menschen in der Enge, mit dem Geräusch eines sich entflammenden Feuerzeugs füllt sich ein kleiner Raum mit Licht. Der "Raum" besteht aus einem Holzsarg welcher unter der Erde begraben zu sein scheint. Das Opfer dieses Szenarios, Paul Conroy [Ryan Reynolds], weiss weder wie er an diesen Ort gekommen ist, noch ist ihm klar welche Absichten hinter dieser Tat stecken.

Nichts für Klaustrophobiker!

Mit diesem klaustrophobischen Zustand beginnt BURIED, der wohl minimalistischte, als auch spannendste Film der es seit langer Zeit auf die Kinoleinwand geschafft hat. Was in der Beschreibung zunächst abschreckt, funktioniert in der Umsetzung ungemein gut: Im Kopf des Zuschauers wird auf gekonnte Art und Weise ein großes, suggestives Schreckensszenario geschaffen, wobei besonders die Kameraarbeit von Eduart Grau durch sehr akribische Planung und gekonnten Einsatz überzeugt. Obwohl der gesamte Film [ohne Ausnahme!] einen Mann in einem Sarg unter der Erde zeigt, wirken die Bilder niemals abgenutzt oder öde, sondern stets dynamisch und in Bewegung.

Keep it quick and simple

BURIED ist das Regiedebüt des spanischen Regisseurs Rodrigo Cortés, der den Hollywoodstar Ryan Reynolds [demnächst in THE GREEN LANTERN] für diesen Film gewinnen konnte.
Reynolds trägt den Film buchstäblich über die kompletten 90 Minuten und macht die hoffnungslose Panik unter der Erde sehr gut spürbar. Selten erbringt ein Film die Leistung den Zuschauer konsequent auf solch hohem Spannungsniveau mitfiebern zu lassen, wenn sich der Kinosaal/ das Wohnzimmer nach dem fiesen und spannenden Ende wieder erhellt, dann dürfe sich selbst der hartgesottenste Zuschauer schweissgebadet auf seinem Sitz wiederfinden. Noch ein Beweis dafür, dass ein spannender Film weder große Effekte noch viele Explosionen braucht. Mit einem kleinen Budget, einer guten Idee und viel Kreativität kann ein großartiger Film entstehen und genau diese Beschreibung passt zu BURIED - LEBENDIG BEGRABEN.

Bild: Schärfe und Detailzeichnung sind sehr gut, aber das Bild kämpft anfangs etwas um einen vernünftigen Schwarzwert zu generieren, nach den ersten Minuten verschwindet diese Problem. Für die schwierigen Bedingungen dieses Filmes [Dunkelheit, enger Raum] ist das Bild durchaus Überzeugend, wenn auch nicht überragend.

Ton: Ein ganz großer Pluspunkt dieser Bluray ist wohl der Ton: Deutsch und Englisch als DTS-HD Master mit einer gigantischen Räumlichkeit. Die Tonspur träg einen wesentlichen Teil zum Gelingen des Filmes bei.

Extras: Diverse Making-of-Featurettes geben einen umfassenden und interessanten Einblick in den Dreh dieses Films, wer mag, kann sich den Audiokommentar des Regisseurs anhören. Das Special über die Sundance-Premiere runden das umfangreiche Bonusmaterial dieser sehr preiswerten [!] Bluray ab.


9/10 Metern ganz tief unter der Erde

SPURLOS - Die Entführung der Alice Creed


Regie: J Blakeson
Buch: J Blakeson
Darsteller: Martin Compston, Eddie Marsan, Emma Arterton

Zwei Männer [Martin Compston, Eddie Marsan] bereiten ein Zimmer in akribischer Handarbeit auf die Durchführung ihres genau durchdachten Plans vor, sie installieren Vorhängeschlösser, befestigen Lärmdämmung an den Wänden und schrauben Möbelstücke fest an den Boden. In den nächsten Minuten beginnt die Entführung einer jungen Frau [Emma Arterton], welche die nächsten Tage gegen ihren Willen in diesen Räumlichkeiten Verbringen wird.

Ein wendungsreicher Thriller beginnt


THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED ist eine sehr "straighter" Film, so klar strukturiert, man könne meinen es handle sich um ein Theaterstück, gerade wenn man betrachtet, dass der Handlungsort fast komplett auf diesen einen Handlungsort beschränkt ist. Die drei Schauspieler [Opfer+ zwei Entführer] meistern dieses Kammerspiel mit perfekt gespielter Anspannung und einer glaubwürdigen Dynamik innerhalb der Gruppe mit einer sich ständig ändernden Konstellation. Die sich Beziehungen der Charaktere bietet sehr viel Spannungspotential und bilden das dramaturgische Zentrum dieses Films. Die Mechanismen der Entführung selbst stehen dabei völlig im Hintergrund, so finden Verhandlungsgespräche mit dem Vater des Opfers stets abseits der Kamera statt, eine Verfolgunsjagd oder Schusswechsel mit der Polizei sucht man ebenso vergebens. Regisseur J Blakeson inszeniert sein Debütfilm ohne auch nur den Anflug eines Durchhängers aufzuweisen, was wie ein gewöhnlicher Kidnappingthriller beginnt, mutiert rasch zum spannenden Katz- und Mausspiel, dessen Wendungen wirklich überraschen.

Klassisch und Handgemacht


THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED ist ein sehr klassisches Stück Kino: Minimaler Schauplatzwechsel, wenige Schauspieler und keine komplizierten Erklärungen [Eine Vorgeschichte wird hier fast komplett ausgeklammert]. Das Ergebniss dieser Formel ist ein hochspannender, minimalistischer und erstaunlich gut durchdachter Genrefilm.

Bild: Die Bildqualität überzeugt durch einen hohen Detailgrad und einer überzeugenden Schärfe, lediglich der Schwarzwert erreicht nicht ganz das gewünschte Niveau. Insgesamt ist das Bild der Bluray dem Medium aber durchaus würdig und der Griff zur HD-Version lohnt sich.

Ton: Die hier besprochene Bluray von Ascot Elite punktet durch einen sehr räumlichen DTS-HD-Master-Soundtrack, sowohl im englischen Original, als auch in der deutschen Synchronfassung. Im Original wirkt die Geschichte aufgrund des englischen Dialekts noch etwas atmosphärischer.

Extras: Diverse Trailer, Making Of, Deleted Scenes, ein Audiokommentar und Storyboardvergleich. Das Bonusmaterial lässt keine Wünsche offen.


8/10 unerwarteten Wendungen